{"id":236,"date":"2021-03-21T20:12:28","date_gmt":"2021-03-21T20:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.b-klarinette.de\/oskar-oehler"},"modified":"2024-10-21T18:11:07","modified_gmt":"2024-10-21T16:11:07","slug":"oskar-oehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.b-klarinette.de\/index.php\/fachbeitraege\/oskar-oehler.html","title":{"rendered":"Oskar Oehler"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.b-klarinette.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/oehler-bio.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\" style=\"font-size:10px\"><strong><span id=\"0\">von Steffen Liers<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Vorwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Oehler-Klarinette (kurz Oehler-System genannt), bildet bis zum heutigen Tage, die mechanische und akustische Grundlage der meisten Klarinetten in deutscher Bauweise. Ihr Sch\u00f6pfer, Oskar Oehler, schuf damit in unvergleichlicher Perfektion die moderne deutsche Klarinette, welche besonders durch ihren einzigartigen Klang f\u00fcr weltweite Anerkennung sorgte. Die Oehler-Mechanik wird bis heute unver\u00e4ndert von vielen Herstellern deutscher Klarinetten gebaut. Sie z\u00e4hlt als Standard f\u00fcr professionelle Instrumente und als letzte gro\u00dfe Entwicklungsstufe der deutschen Klarinette.<\/p>\n\n\n\n<p>Der nachfolgende Artikel, befasst sich mit dem Lebenslauf von Oskar Oehler (geb. am 2. Februar 1858 in Annaberg (Erzgebirge); \u2020 1. Oktober 1936 in Berlin) und soll dem Leser Einblicke in dessen Wirken als K\u00fcnstler, Instrumentenbauer sowie als Mensch geben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"252\" src=\"https:\/\/www.b-klarinette.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/oehler-klein.jpg\" alt=\"Oskar Oehler Portraitfoto\" class=\"wp-image-234\" title=\"Oskar Oehler\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Oskar Oehler<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Elternhaus und Kindheit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oskar Oehler wurde als Sohn eines Webers (August Friedrich, geb. am 26. Mai 1830; \u2020 23. November 1914), und seiner Mutter Frau Christiane Eleonore (geborene St\u00f6rzel; geb. am 24. November 1827; \u2020 18. Dezember 1870) unehelich am 2. Februar 1858 im s\u00e4chsischen Annaberg (Erzgebirge), s\u00fcdwestlich von Dresden geboren. Die Hochzeit war zu diesem Zeitpunkt schon in Vorbereitung, konnte aber erst nach der Geburt Oehlers wegen b\u00fcrokratischen Hindernissen vollzogen werden. So ersuchte sein Vater August Friedrich f\u00fcr sich und seine Verlobte Christiane Eleonore im Oktober 1857, die Erteilung des B\u00fcrgerrechts in Weida, ohne das eine Trauung in der damaligen Zeit nicht m\u00f6glich war. Die Erlaubnis hierzu erhielt er aber erst am 4. Januar 1858.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 15. Februar 1858 wurde Oehler in Annaberg getauft. Er wuchs in sehr bescheidenen Verh\u00e4ltnissen auf, das sollte sich aber noch als Segen herausstellen, da er daraus die Kraft und Motivation f\u00fcr seine sp\u00e4tere T\u00e4tigkeit als Klarinettist und T\u00fcftler sch\u00f6pfte. Trotz umfangreicher Bem\u00fchungen durch seinen Vater August (jener erwarb 1859 das Meisterrecht als Webermeister), seine Familie zu ern\u00e4hren, kam es in dieser schwierigen Zeit immer wieder zu kritischen, wirtschaftlichen Tiefpunkten. So schrieb der Vater am 2. Oktober 1861:&#8220;Die Arbeit geht jetzt so schlecht, dass ich nicht einmal das Brot f\u00fcr mich und meine Familie erschwingen kann&#8220;. Seine zeitweise T\u00e4tigkeit 1862 im Chausseenbau, sp\u00fclte wenigstens in dieser Zeit einige Taler in die Haushaltskasse und konnte so die gr\u00f6\u00dfte Not der Familie etwas lindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kindheit und Jugend Oehlers war gepr\u00e4gt, von gro\u00dfen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbr\u00fcchen. So setzte sich in jener Zeit immer mehr die Industrialisierung durch. Die feudale St\u00e4ndeordnung wurde zunehmend von einer Gesellschaft mit mehr B\u00fcrgerrechten abgel\u00f6st. Als Antwort auf die politischen \u00c4nderungen, die als Folge der Franz\u00f6sischen Revolution zu verstehen sind, hatten zahlreiche europ\u00e4ische Geschlechter des Hochadels ebenfalls Reformen in ihren Territorien eingeleitet. Trotz der napoleonischen Niederlage, blieben doch viele bedeutsame \u00c4nderungen bestehen und schufen die <a href=\"https:\/\/www.b-klarinette.de\/index.php\/grundlagen\/grundlagen.html\">Grundlagen<\/a> f\u00fcr eine b\u00fcrgerliche Gesellschaft. Hineingeboren, in diese harte und doch sehr spannende Zeit, voller neuer Ideen, Inspirationen, Not und Umbr\u00fcchen, versuchte Oskar Oehler seinen Weg zu finden, was ihm auch letztendlich gelang.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jugend und Ausbildung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gepr\u00e4gt durch die gro\u00dfe Not der vergangenen Jahre, entschloss sich Oehlers Vater, August Friedrich, seinen Sohn das Handwerk eines Orgelbauers erlernen zu lassen. Die Hoffnung hierbei ruhte auf der Annahme, dass Oskar so vor dem Schicksal der Armut bewahrt bliebe, da der Orgel- wie auch Instrumentenbau im 19. Jahrhundert vom Aufschwung ergriffen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Entscheidung sollte sich im Nachhinein noch als \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich entpuppen, da Oehler in seiner Lehre als Orgelbauer auch handwerkliche F\u00e4higkeiten erlernte, die ihm beim Bau und der Entwicklung des Oehler-Klarinetten-Systems sehr n\u00fctzlich waren. Besonders die Gestaltung und Bearbeitung der Orgelpfeifen und die Optimierung ihres Klanges, d\u00fcrften ihm eine gro\u00dfe Hilfe beim Klarinettenbau gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 15 Jahren kam Oehler im s\u00e4chsischen Weida, bei Orgelbauer Wilhelm Herrmann Schilling in die Lehre. Dies ist zwar nicht zu 100&nbsp;% verb\u00fcrgt, jedoch liegt die Annahme sehr nahe, da Schilling in dieser Region der einzige Vertreter im Orgelbau war. W\u00e4hrend seiner Lehre, konnte Oehler sich wie schon erw\u00e4hnt, gro\u00dfe Kenntnisse im Instrumentenbau speziell beim Bau von Orgelpfeifen aneignen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Lehrzeit besch\u00e4ftigte sich Oehler auch mehr und mehr mit dem Musizieren auf der Klarinette. So konnte er damit einerseits seine Freizeit sinnvoll verbringen, andererseits brachte ihn das Klarinetten-Spiel auf wundersame Art und Weise dorthin, wozu ihn sein Schicksal bestimmt hatte, der Entwicklung eines gro\u00dfartigen Klarinetten-Systems mit internationaler Anerkennung. Ein weiterer Schritt war die Mitgliedschaft in der Stadtkapelle Weida. Hier sammelte Oehler seine erste, pr\u00e4gende Orchestererfahrung in einem stadtbekannten Laien-Klangk\u00f6rper. Auch das trug zu seiner pers\u00f6nlichen und musikalischen Entwicklung erheblich bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine au\u00dfergew\u00f6hnlichen guten Leistungen auf der Klarinette sprachen sich schnell herum. Schon bald erhielt Oehler ein Engagement beim Theaterorchester Halle. Sein Bekanntheitsgrad stieg schnell und auch andere Orchester wurden auf ihn aufmerksam. So f\u00fchrte ihn seine musikalische Laufbahn nach Nizza (durch M\u00fcller-Berghaus) \u00fcber das Hamburger Laube-Orchester schlussendlich nach Berlin. Dort soll er Mitbegr\u00fcnder des Berliner Philharmonischen Orchesters gewesen sein, dem er von 1882 bis zum Jahre 1888 angeh\u00f6rt hatte. Leider ist es aber auch so, dass viele Aufzeichnungen durch die nachfolgenden Unruhen und Kriegsjahre f\u00fcr immer verloren gegangen sind. Meine Recherchen deuten aber stark darauf hin, dass die Laufbahn von Oehler so, oder so \u00e4hnlich erfolgt sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4gend waren auch in dieser Zeit Kontakte zu dem hervorragenden Friedrich August Neff (Hofkapelle Kassel) oder auch Carl Ludwig Wilhelm Baermann, dem ber\u00fchmten Klarinetten-Virtuosen aus M\u00fcnchen (geb. 24. Oktober 1811; \u2020 24. Mai 1885). Spohr selbst schrieb nebenbei bemerkt einmal \u00fcber Neff:&#8220;Da\u00df Herr Neff, der erste Clarinettist unserer Hofkapelle, nicht nur ganz unfehlbar seinen Platz im Hoftheaterorchester ausf\u00fcllt, und die da vorkommenden Soli immer unter gro\u00dfem Applaus des Publikums vortr\u00e4gt, sondern auch ein ausgezeichneter Virtuose seines Instruments ist und z.B. meine f\u00fcr Hermstedt geschriebenen Clarinett-Kompositionen in h\u00f6chster Vollendung vortr\u00e4gt, wird demselben hiermit der strengsten Wahrheit gem\u00e4\u00df bescheinigt. Louis Spohr. Kurhessischer Generalmusikdirector. Cassel den 31sten Januar 1858&#8243;.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit f\u00fchrte Oehler quasi ein Doppelleben. Einerseits befasste er sich mit der Herstellung von Mundst\u00fccken und der Verbesserung der Klarinette, andererseits war er sehr aktiv als Klarinettist bei den Berliner Philharmonikern t\u00e4tig. Nach reiflicher \u00dcberlegung entschied er sich 1887 f\u00fcr den Bau von Klarinetten und gr\u00fcndete seine eigene Berliner Werkstatt. 1888 beendete Oskar Oehler seine st\u00e4ndige Mitgliedschaft bei den Berliner Philharmonikern, zum gro\u00dfen Bedauern seiner dortigen Musiker-Kollegen. Er hatte seinen Weg gefunden!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werkstatt und weitere Lebensabschnitte bis zum Ersten Weltkrieg:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die bereits im Jahre 1887 von Oskar Oehler errichtete Klarinetten-Werkstatt in der Alvenslebenstra\u00dfe 24, in Berlin-Sch\u00f6neberg, gewann schnell an Bekanntheit. In der Anfangsphase gl\u00e4nzte Oehler vor allem mit dem Bau von hochwertigen Mundst\u00fccken, die sehr beliebt waren. Hier konnte er mit seinen Erfahrungen im Orgelpfeifenbau punkten. Im Jahr 1890 zog Oehler dann in seine neue Werkstatt in die Katzlerstra\u00dfe 8 um, die nur ca. 800 m von der alten entfernt war. Erstaunlich war vor allem die Tatsache, dass er schon zu diesem Zeitpunkt Klarinetten, Fagotte, Kontrafagotte, Fl\u00f6ten, Piccolofl\u00f6ten, Oboen und Englischh\u00f6rner anbot. Woher er dieses umfangreiche Wissen, in so kurzer Zeit hatte, bleibt nur reine Spekulation. Vermutet wird aber, dass Oehler sich schon fr\u00fchzeitig, d.&nbsp;h. viele Jahre vor der Werkstatter\u00f6ffnung mit dem Bau und der Entwicklung von Holzblasinstrumenten in seiner Freizeit befasst hatte. Au\u00dferdem gibt es die Annahme, dass er Maschinen und schon vorgefertigte Instrumente von anderen Werkst\u00e4tten bezog. Diese wurden dann mit erfahrenen, geworbenen Mitarbeitern bis zur Perfektion unter seiner Anleitung optimiert. Nur das erkl\u00e4rt seinen pl\u00f6tzlichen Vorsprung, gegen\u00fcber anderen Instrumentenbauern. Unbestritten ist jedoch, dass die Basis zur Entwicklung des Oehler-Systems die Baermann-Ottensteiner-Klarinette darstellte. In einer der wenigen Werbeschriften von 1888 verwies der Meister eindeutig darauf, dass es sich bei seiner Klarinette um eine Weiterentwicklung der Baermann-Ottensteiner handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>In den ersten Jahren versuchte Oehler noch mit Werbung f\u00fcr seine Werkstatt Aufmerksamkeit zu erringen. Schon bald war dies nicht mehr notwendig, und sein Gesch\u00e4ft ein Selbstl\u00e4ufer. Die Nachfrage stieg von Tag zu Tag, Anfragen aus Hamburg, Oldenburg, Schwerin bis hinunter K\u00f6ln und sogar dem fernen M\u00fcnchen sorgten f\u00fcr eine klingelnde Kasse. Das alles nur durch reine Mundpropaganda bedingt durch eine, f\u00fcr die damalige Zeit, \u00fcberragende Qualit\u00e4t. Willige Helfer fanden sich schnell, namhafte Musiker, wie z.&nbsp;B. der K\u00f6nigliche Kammervirtuose Pohl oder auch der K\u00f6nigliche Kammermusikus Schubert \u00e4u\u00dferten sich &#8222;h\u00f6chst lobend&#8220; \u00fcber die Arbeiten des Meisters. Dies trug am Schluss dazu bei, dass am 16. Juli 1906 Oehler der Titel eines &#8222;Kaiserlich und K\u00f6niglichen Preu\u00dfischen Hoflieferanten&#8220; verliehen wurde. Als gerichtlich vereidigter Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr Holzblasinstrumente, war Oehler au\u00dferdem t\u00e4tig. Seine Sachkenntnisse galten auch vor Gericht als sehr wertvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum Jahr 1914 eilte Oehler mit seiner Werkstatt von einem Erfolg zum N\u00e4chsten. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es nat\u00fcrlich auch bei ihm zu Gesch\u00e4ftseinbu\u00dfen, die sich aber bedingt durch die \u00fcberragende Qualit\u00e4t seiner Instrumente im \u00fcberschaubaren Rahmen hielten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier eine Aufstellung der wichtigsten Mitarbeiter Oehlers:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Johann Voigt bis ca. 1890<br>&#8211; Richard Wunderlich bis ca. 1903<br>&#8211; Josef Rouschil ab 1903 bis ca. 1963<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt wurden zeitweise bis zu 10 Mitarbeiter, je nach Auftragslage, in Oehlers Werkstatt besch\u00e4ftigt. Hervorzuheben sei noch, dass Oehler bereits seit 1888 enge Gesch\u00e4ftsverbindungen zur Firma und dem Holzblasinstrumentenmacher Friedrich Gustav Uebel pflegte. Das erkl\u00e4rt auch, die schnelle Entwicklung von Oehlers Werkstatt. Eine sich immer wieder gegenseitig, inspirierende, langj\u00e4hrige Partnerschaft war geboren.<\/p>\n\n\n\n<p>Abnehmer der beliebten Oehler-Instrumente waren fast alle gr\u00f6\u00dferen deutschen Milit\u00e4r-Orchester, Hof und Staats-Orchester, sowie gro\u00dfe Orchester in Amerika (New York, Chicago, Boston). Die \u00dcbergabe der wertvollen Instrumente erfolgte oftmals pers\u00f6nlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leben und Wirken nach dem Ersten Weltkrieg bis zu seinem Tode 1936:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die schweren Nachkriegsjahre des Ersten Weltkriegs, bedeuteten auch f\u00fcr Oehler und seine Werkstatt zun\u00e4chst harte Einschnitte. Besonders die Inflationszeit bis 1923 hatte auch f\u00fcr seinen Instrumentenbau erhebliche Konsequenzen. Zwar brach die Nachfrage nach seinen Instrumenten nicht komplett zusammen, jedoch mussten sich viele Orchester und Musiker aus finanzieller Not heraus, dem Spardiktat unterwerfen. Neuanschaffungen wurden zun\u00e4chst einmal in die ungewisse Zukunft verschoben. Nur dem au\u00dfergew\u00f6hnlich guten Ruf Oehlers war es zu verdanken, dass sein Gesch\u00e4ft diese Zeit halbwegs \u00fcberstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zu seinem Tod 1936, hie\u00df es nun f\u00fcr Oehler immer &#8222;Arbeiten unter erschwerten Bedingungen&#8220;. Erster Weltkrieg, Inflation, Weltwirtschaftskrise und dann die Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten schufen ein schwieriges Arbeitsumfeld. \u00dcber seine Rolle im Nationalsozialismus und politische Einstellung war in Aufzeichnungen, trotz intensiver Recherche nichts herauszufinden. Spekulationen ins Blaue hinaus, dienen oftmals nicht zur Wahrheitsfindung. Deswegen wurde dieses Thema hier weitgehend ausgeklammert. Denkbar hier w\u00e4re jedoch die Annahme, dass Oehler allein schon aufgrund seines Alters, die politische Entwicklung Deutschlands eher mit geb\u00fcrtigem Abstand betrachtet hat, und sich in seinen letzten Jahren, vorrangig dem Bau und der Entwicklung seiner Oehler-Klarinetten widmete.<\/p>\n\n\n\n<p>Oehlers Tod 1936 ersch\u00fctterte die deutsche und auch internationale Musikwelt schwer, mit Josef Rouschil war jedoch ein f\u00e4higer und w\u00fcrdiger Werkstatt-Nachfolger gefunden, der das erfolgreiche Oehler-Klarinetten-System bis zum Jahr 1963 dort weiter baute.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"805\" height=\"850\" src=\"https:\/\/www.b-klarinette.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/tafel.jpg\" alt=\"\u00dcbersicht Mitarbeiter und Gesch\u00e4ftsbeziehungen von Oskar Oehler\" class=\"wp-image-235\" style=\"width:690px;height:auto\" title=\"\u00dcbersicht Mitarbeiter und Gesch\u00e4ftsbeziehungen\" srcset=\"https:\/\/www.b-klarinette.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/tafel.jpg 805w, https:\/\/www.b-klarinette.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/tafel-284x300.jpg 284w, https:\/\/www.b-klarinette.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/tafel-768x811.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 805px) 100vw, 805px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00dcbersicht Mitarbeiter und Gesch\u00e4ftsbeziehungen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/63b6b4592219427f91cb4423a4298e8e\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Steffen Liers Vorwort: Die Oehler-Klarinette (kurz Oehler-System genannt), bildet bis zum heutigen Tage, die mechanische und akustische Grundlage der meisten Klarinetten in deutscher Bauweise. 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