ZUR BAUWEISE DER WIENER KLARINETTE

1. Die offenen Tonlöcher für die Ringfinger sind nach anatomischen Gesichtspunkten versetzt angeordnet.

2. Von der französischen Klarinette wurde die Kopplung der a' und gis’ - Klappe übernommen zur Resonanzverbesserung des b'; zusätzlich gibt es eine b - Klappe für den rechten Zeigefinger, die auch als erste Trillerklappe dient. Der Klang dieses Griffs als b’ ist freier

als der Hauptgriff.

3. Auf der A- und B- Klarinette wird die gleiche Birne verwendet, wie auch üblich bei der französischen Klarinette. Aus Gründen der Ansprache ist bei der A- Klarinette der Zapfen für die Birne ein Millimeter kürzer als bei der Klarinette in B. Die Wiener Klarinette ist

insgesamt nahezu unempfindlich in der Ansprache beim Ausziehen aller Teile zum Einstimmen.

4. Das e' hat eine Resonanzmechanik zur Anhebung der Stimmung; insbesondere für sehr große Bohrungen erforderlich.

5. Das SpielgefühI der Wiener B- Klarinette ist "weicher" als bei der deutschen.

6. Die Premiere Rhapsodie von Claude Debussy oder das Konzert Nr.2 von C.M. v. Weber, zum Beispiel, profitieren von der insgesamt größeren Flexibilität der Wiener Klarinette mit dem Wiener Reform- Mundstück und dem Blatt im Wiener Schnitt.

7. Bei der Wiener Spielweise entfällt bei cis'" – d’’’ – dis’’’und e'" die es’’ -Klappe, das f’ mit

dem rechten Zeigefinger ergibt ein stimmendes c’’’ - im 3. Register klingen die "kurzen" Griffe (weniger Finger) nahezu identisch mit den Hauptgriffen.

8. Leopold Vlach, Solist der Wiener Philharmoniker entwickelte eine lange Mundstückbahn die mit stark im Holz gehaltenen Blättern aber moderatem Ansatzdruck - auch im 3. Register - gespielt werden kann. Diese "Nuller- Bahn" wurde zur noch längeren Wiener Reform- Bahn weiterentwickelt, um den dunkeltönigen Klang zu optimieren.

Eigenversuch: Premiere Rhapsodie - Google Dieter Kühr Klarinette

Um Kommentare zu schreiben bitte registrieren/einloggen

sitemap | Impressum | Datenschutz